Posts mit dem Label Blumen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Blumen werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 5. Oktober 2013

Hoffnungsschimmer der GZ

Wer als Außenstehender einen schnellen Blick auf die GZ wirft könnte schnell mancherlei negative Eindrücke bekommen:


  • In Mittelhessen wimmelt es von ungebildeten Hobbyfotografen 
  • Ein Abendschulkurs reicht aus, um sich Redakteur nennen zu können
  • Regionale Highlights des sozialen Lebens bestehen aus einem Vorgarten in Klein-Linden und Kaffeefahrten nach Goki
  • Jeder der einen Computer einschalten und seinen Namen bei drei Versuchen mindestens einmal fehlerfrei schreiben kann, darf eine wichtige Position innerhalb einer BI übernehmen 
  • Der Einzelhandel wird dominiert von Goldhändlern 
  • AfD, DKP und ÖDP sind Volksparteien

Kurzum: ein Bild des Grauens. Nun beschäftigen wir uns hier bislang ausdrücklich mit den Aussetzern innerhalb der GZ, wovon es zahlreiche gibt und die das Image dieses Schmierblättchens geprägt haben. Dabei gibt es sie doch noch: die kleinen Hoffnungsschimmer in der GZ, die zeigen: seht her, es gibt auch für normale Menschen noch einen Platz in dieser Zeitung. 

Ein Beispiel, welches wir hier gerne vorstellen ist Bürgerreporter Karl-Ludwig Büttel. Warum fällt uns Herr Büttel positiv auf? Weil er zum einen die Rolle als Bürgerreporter so ausfüllt, wie sie mal angedacht war: Berichterstattung über Ereignisse aus Vereinen und Organisationen vor der Haustür, für welche die Lokalredaktionen der Tageszeitungen keine Mitarbeiter mehr haben. Und optimalerweise gehen die Berichte von Herrn Büttel über das Niveau von "Artikeln" anderer BR weit hinaus, für die der Bericht über die Entleerung der eigenen grünen Tonnen schon mitteilungswürdig ist. 

Das ist der eine Punkt. Der andere Punkt: Herr Büttel verteidigt seine Meinung und zwar klar und sachlich. In diesem Beitrag von Biggi Hofman-Scharf wird wie üblich so manches durcheinander gewürfelt, was nicht zusammenpasst. Keine große Überraschung, bedenkt man wer die Autorin ist. Nun hat, wie so häufig, BR Martin Wagner seinen Auftritt. Wagner wurde hier schon mal anderer Stelle kurz thematisiert, im Prinzip rechtfertigen seine Textwüsten einen eigenen Blog (Freiwillige Masochisten vor!). 

Nur kurz: Herr Wagner ist quasi ein Pendant des japanischen Weltkriegssoldaten, der auf seiner abgeschotteten Pazifikinsel nicht mitbekommen hat, dass der Krieg verloren ist. So darbt Genosse Wagner seit 68 in einer Welt, die sich partout nicht so drehen will, wie er das gerne hätte. Parteien, Herrscher, Polizei, überhaupt der Staat: alles korrupt, arrogant, machtbesessen und hintertrieben. Und anders als beim japanischen Soldaten gibt es leider keinen General für Herrn Wagner, der ihm mitteilt: hey, der Kampf ist verloren, du darfst dich auch mal wieder am Leben in unserer Gesellschaft erfreuen. 

Das führt dann zu Texten wie diesem. Ein ellenlanges und weitesgehend sinnfreies Traktat, was wieder alle Zutaten des nie enden wollenden Klassenkampfes von Wagner beinhaltet: die "Herrschenden", die die Aufwandsentschädigung zur Unterdrückung missbrauchen. Die Widerlegung des nie gestellten Vorwurfs, dass ein Typ wie Wagner sich mit ehrenamtlicher Arbeit die Taschen vollstopft, etc. 

http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/85088/was-die-stadt-abschafft-soll-im-landkreis-eingefuehrt-werden/

Und nun Auftritt Herr Büttel: 


http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/85088/was-die-stadt-abschafft-soll-im-landkreis-eingefuehrt-werden/


Touché

Dienstag, 14. Mai 2013

Mombergern 2: Beim 30. Mal wird es noch schöner

Quizfrage zum Einstieg: was seht Ihr auf diesem Foto?

Hier klicken um zum Foto zu gelangen

A: Vom Aussterben bedrohte, höchst seltene und exotische Pflanzen
B: Tulpen... einfach nur 08/15-Tulpen.

Wer jetzt auf Antwort A gesetzt hatte: sorry, falsch.

Bei den abgebildeten Exemplaren handelt es sich um ordinäre Tulpen, immerhin aber in einer stattlichen Anzahl. Aufgenommen wurden sie von BR Jutta Skroch, die den Tagesausflug einiger BR nach Bad Salzschlirf in gefühlten 500 Bildern und 23 Beiträgen dokumentiert hat.

Dass dabei nicht immer exotische und aufregende Dinge vor die Linse gelangten ist normal. Weniger normal ist wiederum die Mombergerei in den Kommentaren bei der GZ.

Screenshot: www.giessener-zeitung.de


Nun ist man die Mombergerei für solche Bilder ja an sich schon gewohnt. Außergewöhnlich wird es in diesem Fall, weil es einer von zahlreichen Beiträgen zum gleichen Thema bzw. zum gleichen Ausflug ist. Gut 2.000 Fotos haben die 14 BR nach eigenen Angaben im Ort geknipst, die Motive sind im Großen identisch. Trotzdem stellt jeder BR eigens die Bilder ein.

Als neutraler Beobachter, der nicht mit in Bad Salzschlirf war, stellt sich dann schon mal die Frage, wie oft und in wie vielen Ausführungen man die Tulpenfelder, komischen Briefkästen und die Mittagstafel bewundern soll? Da hätte die GZ, welche ja sogar durch ein Redaktionsmitglied vertreten war, doch eigentlich einen wunderbaren Sammelartikel aufbauen können, der die schönsten Eindrücke des Ausfluges repräsentiert, statt den nichtsahnenden Besucher mit einer Flut von Salzschlirf-Artikeln zu erschlagen.