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Donnerstag, 24. Oktober 2013

5 Jahre Gießener Zeitung: Goethe hätte geschossen

5 Jahre schon kriegen Bewohner des Raum Gießens das als Zeitung getarnte Werbeblättchen "Gießener Zeitung" ungewollt frei Haus geliefert.

Was gab es da nicht alles, was man zu diesem Jubiläum erwähnen könnte, um die GZ realitätsgetreu abzubilden?

- Die schönsten Geschichtsklitterungen der DKP-Mitglieder
- Die hirnverbranntesten Pressemeldungen der "Wir sind nicht rechts, wir tun nur so"-Partei AfD
- Die schleimigsten Mombergereien
- Die skandalösesten Skandale in der Welt von Peter Baier
- Die 4.000 schönsten "Vogel landet im Schwanenteich"-Bilder der hochprofessionellen Fotofreunde
- Die irrwitzigsten Argumente gegen eine Laga // für eine BI
- Die schönsten Streitereien und Gezanke unter Menschen jenseits der 50
- Die dadaistischsten Monologe verwirrter Klassenkämpfer
- Die kürzesten Karrieren weltberühmter und meistgelesener Starjornalisten
- Der unfähigste Pressesprecher und grafische Gestalter seit Comical Ali
- Die grausamsten Sprachpanschereien seit der Rechtschreibreform
- Der günstigste Kaminanzünder den man in den Briefkasten geliefert bekommt
- usw.

Ja, es gibt eine ganze Menge weswegen man die GZ in Erinnerung behalten könnte. Aber wir haben gar nicht die Zeit (und ehrlich gesagt auch keine Lust), das ganze Elend noch mal aufzudröseln. Deswegen haben wir anlässlich dieses zweifelhaften Jubiläums ein Zuckerchen ausgewählt, was auf ganz wunderbare Weisesehr viel von dem abbildet, was wir an der GZ zu kritisieren haben.

Auftritt Birgit Hofmann-Scharf, Erfinderin der gleichnamigen Apostroph-Regelung:

Quelle: http://www.giessener-zeitung.de/giessen/beitrag/85479/aufreger-schnappschuss-lieblings-text-schoenes-erlebnis-und-vieles-mehr-in-fuenf-jahren-giessener-zeitung/


Na dann Prost Mahlzeit!

Montag, 22. Juli 2013

Copy & Paste-Journalismus

Copy & Paste ist unter Journalisten eigentlich verpönt. Eigentlich. Wer sich mit fremden Federn schmückt, der hat nicht nur seinen Beruf falschverstanden sondern kennt offenbar auch die Rechtslage nicht.

Etwas anders sieht es im Fall von Agenturmeldungen aus. Wer sich schon immer gewundert hat, warum Tageszeitungen im Wesentlichen alle das Gleiche schreiben: gerade in kleineren oder mittelgroßen Redaktionen besteht der Inhalt der nächsten Ausgabe fast ausschließlich nur aus Agenturmeldungen, die 1:1 kopiert, gegebenenfalls gekürzt und ans Layout angepasst werden. Das ergibt aus Sicht der Tageszeitungen auch durchaus Sinn. In schwierigen Zeiten lohnt es sich schlicht und ergreifend nicht mehr, eigens Angestellte dafür abzustellen, Neuigkeiten aus überregionalen Ressorts zu verarbeiten, die in der modernen Medienlandschaft am nächsten Tag ohnehin schon überholt sind.

Darum bedient man sich in der Regel bei Nachrichtenagenturen wie dpa oder SID. Der Unterschied zum herkömmlichen Kopieren: man vereinbart mit den Agenturen entsprechende Verträge und bezahlt monatliche Gebühren, um die Meldungen für das eigene Blatt nutzen zu können.

Nun denkt sich mancher vielleicht: da bezahlt eine Zeitung also Gebühren, veröffentlicht das und ich kopier dann diese alte Meldung. Muss ich nichts für bezahlen, oder?

Falsch. Denn auch wenn die Artikel in zig Zeitungen schon veröffentlicht worden, die Agenturen bleiben Urheber und entscheiden, wer die Meldungen veröffentlichen darf. Siehe zum Beispiel bei der dpa.

Quelle: http://www.dpa.de/FAQ.57.0.html

Um den Bogen zur Gießener Zeitung zu schlagen: BR Ganime Gülmez veröffentlichte diesen Artikel zum Thema Krippenplätze.


Der Text ist im Prinzip eine wild zusammengewürfelte Mischung aus Agenturmeldungen und einem Text der "Roten Fahne - News". Ob die ihren Teil selber verfasst haben oder die Quellenangabe fehlt geht nicht hervor, zumindest scheint aufgrund der fehlerfreien Formulierung unstrittig, dass nicht Frau Gülmez die Verfasserin der Zeilen war.

Reporter spielen Marke GZ:
  • Kopieren
  • Einfügen 
  • Quellen rausstreichen und nicht benennen
  • Bei Google das erstbeste Baby-Foto klauen und drunterklatschen
  • Fertig! 

Es ist noch nicht so lange her, da betonte man seitens der GZ, dass man es "mit dem Urheberrecht sehr ernst" nehme. Man darf gespannt sein, wie lange besagter Artikel in dieser Form auf der Seite der GZ bestehen bleibt oder ob die Löschaufträge eines regulierungswütigen Rentners Vorrang haben.

Mittwoch, 29. Mai 2013

Sercivan Ungan/ Sergi Heidelberg: "Das ist alles nur geklaut!"*

* Frei nach den Prinzen "Alles nur geklaut"


Update: 

Huch, was ist denn jetzt passiert? Sergis Beitrag ist gar nicht mehr da? Sollte der Journalist etwa versucht haben, durch eigene Löschung des Beitrages auf sein kleines "Ich habe keine Ahnung von Copyright"-Malheur abzulenken? Egal wie, wir haben zum Glück ein kleines Erinnerungsfoto davon:

Link zum Screenshot

Und natürlich gibt es auch noch ein Bild über Sercivan Ungans erstes Teaserbild, welches wir hier beanstandet haben.

Link zum Screenshot

Originaleintrag:

Sercivan Ungan bzw. Sergi Heidelberg ist selbst für die an sonderbaren Charakteren nicht gerade arme GZ ein Unikat. Der junge Mann treibt sich seit Monaten auf der Seite der GZ herum und agiert dabei ständig auf einem schmalen Grat irgendwo zwischen PR-Disaster und Unterhaltung herum.

In seiner merkwürdigen Selbstdarstellung sieht sich Ungan als Top-Journalist, grandioser Enthüllungsreporter, Ausnahmesportler, Archäologe, Partyveranstalter, Weihnachtsmann (Get your present), Osterhase (Get your eggs), Kriegsreporter, Medienfachmann und als Anwalt der sozial Schwachen (Aufzählung unvollständig). Alles in einer Person, wohlgemerkt.

Dass diese Selbstdarstellung bzw. seine Vorstellung davon schnell ins Wanken gerät verwundert nicht. Denn trotz aller hilflosen und aufdringlichen Selbstvermarktungsversuche Ungans bleibt unter dem Strich ein Abendschul-Abiturient, der mit seinem manchmal fast schon an Narzissmus erinnernden Art und seiner Feindseligkeit gegenüber anderen BR in der GZ hauptsächlich negativ auffällt.

Zumindest bei den Bürgerreportern. Die Redaktion der GZ, für die Community-Management ein Fremdwort zu sein scheint, erfüllt der umtriebige Reporter scheinbar einen oder mehrere Zwecke, die sich rational kaum erklären lassen. So debütierte Ungan als Krawallmacher Sergi Heidelberg und hetzte mit wenigen Beiträgen kurzerhand die komplette versammelte Damenwelt der GZ gegen sich auf.

Seit er nun als Sercivan Ungan auftritt, ist er im Wesentlichen mit zwei Dingen beschäftigt: Reporter spielen und Leute provozieren, die es wagen Kritik an seinen Beiträgen zu üben.

Wobei das mit dem Spielen so eine Sache ist. Man kann nur darüber rätseln, warum ein Student so versessen darauf ist, seine Mitarbeit bei einem Käseblatt wie der GZ anzupreisen. Erst Recht, wenn man selber bei jeder Gelegenheit seinen eigenen Status als "ernsthaften" Reporter betont. Da wirken solchen Selbstbeschreibungen wie in seinem Stud.IP-Profil hochgradig lächerlich:


Die GZ ist eine Ansammlung von Pressemitteilungen und Blümchenbildern und deswegen als journalistische Referenz quasi bedeutungslos.

Aber wie so oft verbaut Ungans Haltung ihm eine Einsicht und er bastelt weiter an seinem Profil, welches im wesentlichen daraus besteht, dass Sercivan Ungan Artikel über Sercivan Ungan schreibt. Sergi entdeckt bosnische Pyramiden, Sergi verteilt Geschenke an der Uni, Sergi interviewt Karl Arsch den Massenmörder, Sergi verballhornt "Sensationsmeldungen" über irgendwelche Boulevard-Shows... etc.

Sein Engagement in Ehren, aber seine Herangehenweise macht ihm konsequent einen Strich durch die Rechnung und hindert Leser daran, ihn ernstzunehmen. Denn egal ob es um Massenmörder, den Gaza-Streifen oder Schlagersänger aus Mittelhessen geht: Kern jedes Artikels ist immer: Sergi. Sergi wie er dies organisiert, Sergi und sein Team, welches Event Sergi nun organisiert hat etc. Mittlerweile hat er mit dem Gießen Entertainment Team einen Namen für diese Tätigekietn gefunden und redet fortan nur noch im Pluralis Maiestatis. Unsinnig, aber dann auch wiederum konsequent.

Woher dieser Größenwahn (Sergi-Statue) kommt? Wir wissen es auch nicht. Vielleicht aufgrund des erst spät nachgeholten Abis der Druck unter den vielen Studenten, sich in irgendeiner Form beweisen zu müssen? Vielleicht deshalb jedesmal das Dr. Heidelberg T-Shirt? Vielleicht auch deshalb die unverhohlene Einstellung, dass Frauen im Prinzip nur Ausziehpüppchen für Ungan sind?

Auch eine Art der Konsequenz ist seine Vorgehensweise gegen Kritiker. Die werden, je nach Tageslaune entweder als Trolle oder Störenfriede bezichtigt (wobei er sich da regelmäßig mit Personen in die Haare kriegt, deren Existenz zumindest zweifelhaft ist) oder gleich bedroht, wie ein Bild belegt, welches bei Twitter die Runde macht:



Nach dieser kurzen Eskapade war er dann von der GZ (wohl wegen guter Führung?) beurlaubt, durfte aber kurze Zeit später wieder auftreten. Wie bereits erwähnt, es ist als Außenstehender nicht nachvollziehbar, welchen Zweck sein Auftritt in der GZ bewirkt außer Provokationen und Streitgesprächen, aber vielleicht erhofft sich die GZ-Redaktion insgeheim etwas davon?

Was sich wohl hoffentlich keiner erhofft sind Reibereien wegen geklauten Bildern. Sercivan Ungan hat in diesem Artikel


ein Foto als Aufmacher verwendet. Dieses setzt sich aus einem Piktogramm eines Rollstuhls und einem Bild mit einem Mikro und Kopfhörern zusammen. Dagegen wäre nichts auszusetzen, aber irgendwie scheint uns, dass die verwendeten Bilder gar nicht von Multitalent Ungan erstellt wurden.

So ist der Rollstuhl ein Motiv, welches unter anderem Hier verkauft wird. Und das Mikro samt Kopfhörer stammt von dieser Seite.

Für einen angehenden und von sich selbst überzeugten Top-Reporter wie Sercivan Ungan eigentlich ein Unding... da ist die investigative Recherche auf der Suche nach frei benutzbaren Bildern wohl in die Hose gegangen.